Raus aus dem Urwald (zurück ins Basislager)

Ich habe in meinen letzten Beiträgen darauf hingewiesen, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht gleichbedeutend mit der Abschaffung des Geldes ist und es nicht dazu führt, dass Geld überflüssig(er) wird, weil mir schien, dass Du beides vermischst. Wenn dem nicht so ist, nehme ich das beruhigt zur Kenntnis. Die problematische (vollständige) Entkopplung von Einkommen und Arbeit, die Du proklamierst ist damit aber noch nicht vom Tisch. Ich denke, eine vollständige Entkopplung ist nicht wünschenswert. Sinnvoller scheint es mir, zu hinterfragen, was Arbeit ist und ob sich daran etwas ändern lässt. In jedem Fall sollten wir versuchen, uns auf die wesentlichen Funktionen zu verständigen, die Arbeit und Geld / Geldwirtschaft heute haben. Im nächsten Schritt sollten wir uns überlegen, welche Gesellschaft wir uns wünschen und was für den Einzelnen und die Gemeinschaft möglichst gewährleistet sein sollte. Ich möchte mich heute auf Geld und Arbeit beschränken. weiterlesen

Geld ist nicht alles

Eines vorweg, um der Verstrickung in weitere Missverständnisse entgegenzuwirken: Unter “Arbeit” wollte ich beim letzten mal verstanden wissen, was im Prinzip alle darunter verstehen: Eine Tätigkeit, mit der man Geld verdient. In diesem Sinne ist auch der Banker einer, der “zur Arbeit geht”. Oder wahrscheinlich eher “…fährt” (wahrscheinlich mit einem guten Wagen). Dass man in Wahrheit darüber streiten kann (und endlich auch sollte!), was “Arbeit” eigentlich ist, setze ich voraus. Um die Wahrheit geht es. Nicht um irgendeine zufällige Ordnung. weiterlesen

Geld ist leicht, ganz leicht

Geld als Mittel der Belohnung (ja offenbar das Mittel der Belohnung schlechthin) zu beschreiben, finde ich bereits viel zu optimistisch, ja hochproblematisch und ein Kniefall vor der gegenwärtigen ökonomischen Ordnung (bzw. Unordnung). Solange Einkommen und “Arbeit” strikt verkoppelt sind, ist Geld in erster Linie ein Druckmittel. Glaubst du, dass man das braucht? Wozu braucht man ein, und was meinst du mit “System zur Regulierung menschlichen Strebens”? Dass, wer “sich einbringt”, auch von andern belohnt wird, wird immer, in egal welcher Ordnung, so sein. Wir geraten hier schnell in eine müßige Diskussion über das Wesen des Menschen, die zu nichts führt. Auch die Gegenargumente in Bezug auf ein Grundeinkommen nehmen in den allermeisten Fällen erst einmal diese unsinnige Form an. weiterlesen

Email vom 13. Februar 2011 (joaoflux an klames)

Du vertrittst die radikale These, dass jede Art von Bezahlung von Arbeit entkoppelt werden sollte. Das geht sogar deutlich über die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen hinaus. Da kann ich Dir nicht nur nicht folgen, sondern würde vom Bestehenden in eine andere Richtung aufbrechen. weiterlesen

Email vom 8. Februar 2011 (klames an joaoflux)

(…) So sehr mir alternative Bezahlkonzepte (wie Flattr) sympatisch sind, machen sie mich auch nervös und ungeduldig. Du weißt, ich bin ein plumper Anhänger der strikten Entkopplung von “Arbeit” und Einkommen, und alles andere kommt mir vor wie halbherzige (feig-aristokratische) Zwischenschritte. Man muss den Menschen schlicht davon befreien, darüber nachdenken zu müssen, ob er für das, was er tut, von anderen Geld bekommt. Er ist eitel genug, damit nicht auf die Idee zu kommen, für andere einfach nicht mehr nützlich zu sein. Im Gegenteil: er wird sich dann noch viel mehr nützlich machen wollen!