Bedingungslose Aufmerksamkeit

Geld, das bedingungslos ausgezahlt wird, wird dem Wirtschaftssystem nicht entzogen und Geld wird durch Umverteilung schon gar nicht nicht überflüssiger. Im Gegenteil, wenn die Sache funktioniert, können Menschen, die potentiell von der Partizipation am Wirtschaftssystem weitgehend ausgeschlossen wären, zumindest als Konsumenten stärker mitspielen. Es besteht also die Möglichkeit, dass eine solche Maßnahme dazu führt, dass die Ökonomisierung des Lebens sogar zunimmt. weiterlesen

Was im Basislager lagert

Nein. Ich halte es durchaus für eine sinnvolle Formulierung, wenn man sagt, dass ein “Bedingungsloses Grundeinkommen” Geld in der Gesellschaft “überflüssiger” macht! – Wenn es zum Beispiel dazu führt, dass Menschen in größerer persönlicher Unabhängigkeit untereinander Netzwerke aufbauen, innerhalb derer Geld keine wesentliche Rolle spielt. Beliebte Beispiele für nicht in erster Linie kommerzielle Leistungen von Menschen an Menschen sind heute Linux und die Wikipedia. weiterlesen

Raus aus dem Urwald (zurück ins Basislager)

Ich habe in meinen letzten Beiträgen darauf hingewiesen, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht gleichbedeutend mit der Abschaffung des Geldes ist und es nicht dazu führt, dass Geld überflüssig(er) wird, weil mir schien, dass Du beides vermischst. Wenn dem nicht so ist, nehme ich das beruhigt zur Kenntnis. Die problematische (vollständige) Entkopplung von Einkommen und Arbeit, die Du proklamierst ist damit aber noch nicht vom Tisch. Ich denke, eine vollständige Entkopplung ist nicht wünschenswert. Sinnvoller scheint es mir, zu hinterfragen, was Arbeit ist und ob sich daran etwas ändern lässt. In jedem Fall sollten wir versuchen, uns auf die wesentlichen Funktionen zu verständigen, die Arbeit und Geld / Geldwirtschaft heute haben. Im nächsten Schritt sollten wir uns überlegen, welche Gesellschaft wir uns wünschen und was für den Einzelnen und die Gemeinschaft möglichst gewährleistet sein sollte. Ich möchte mich heute auf Geld und Arbeit beschränken. weiterlesen

Geld im Urwald

Deine Antwort und dein Missverstehen meiner Position zeigen mir sehr wohl, dass ich mit gutem Grund anzweifle, du könnest dich aus der gegenwärtigen (ökonomischen) Ordnung herausdenken. Es gibt da sogar die ganz typischen Verdachtsmomente: Typisch für Menschen, die gedanklich in einer bestehenden Ordnung gefangen sind, ist die reflexartige Annahme, dass ein “heraus aus der Ordnung” ein “hinein in ein geradezu prähistorisches Chaos” bedeuten muss. (Du sprichst nicht nur von Maoismus, sondern auch von Primaten.) (Diesen Reflex konnte man etwa seinerzeit schön bei den ersten Kritikern der aufkommenden politisch “Grünen” Bewegungen im europäischen Parteienspektrum beobachten.) weiterlesen

Re: Geld ist nicht alles

Ich glaube, Du bist etwas schnell bei der Hand mit Deinem Verdacht, ich könne nicht aus der gegenwärtigen Ordnung heraus denken.

Zunächst mal möchte ich festhalten, dass Deine Utopie vom überflüssigen, also abgeschafften Geld etwas ganz Anderes ist, als die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Sie geht nicht etwa über die Forderung des Grundeinkommens hianus, sondern geht in eine ganz andere, ich bin geneigt zu sagen entgegengesetzte, Richtung. weiterlesen

Geld ist nicht alles

Eines vorweg, um der Verstrickung in weitere Missverständnisse entgegenzuwirken: Unter “Arbeit” wollte ich beim letzten mal verstanden wissen, was im Prinzip alle darunter verstehen: Eine Tätigkeit, mit der man Geld verdient. In diesem Sinne ist auch der Banker einer, der “zur Arbeit geht”. Oder wahrscheinlich eher “…fährt” (wahrscheinlich mit einem guten Wagen). Dass man in Wahrheit darüber streiten kann (und endlich auch sollte!), was “Arbeit” eigentlich ist, setze ich voraus. Um die Wahrheit geht es. Nicht um irgendeine zufällige Ordnung. weiterlesen

Re: Geld ist leicht, ganz leicht

Ich glaube es ist offensichtlich, dass Menschen ihr Geld auch (und vielleicht sogar überwiegend) mit tendenziell schädlichen Dingen verdienen und es ebenso schädlich ausgeben. Trotzdem muss man konstatieren, dass die Freiheit sein Geld so auszugeben wie man es möchte, also z.B. auch für eine Dienstleistung die ein Anderer erbringt, erst die Möglichkeit schafft, halbwegs demokratisch zu entscheiden, wofür eine Gemeinschaft Zeit und Resourcen aufwendet. weiterlesen

Geld ist leicht, ganz leicht

Geld als Mittel der Belohnung (ja offenbar das Mittel der Belohnung schlechthin) zu beschreiben, finde ich bereits viel zu optimistisch, ja hochproblematisch und ein Kniefall vor der gegenwärtigen ökonomischen Ordnung (bzw. Unordnung). Solange Einkommen und “Arbeit” strikt verkoppelt sind, ist Geld in erster Linie ein Druckmittel. Glaubst du, dass man das braucht? Wozu braucht man ein, und was meinst du mit “System zur Regulierung menschlichen Strebens”? Dass, wer “sich einbringt”, auch von andern belohnt wird, wird immer, in egal welcher Ordnung, so sein. Wir geraten hier schnell in eine müßige Diskussion über das Wesen des Menschen, die zu nichts führt. Auch die Gegenargumente in Bezug auf ein Grundeinkommen nehmen in den allermeisten Fällen erst einmal diese unsinnige Form an. weiterlesen