Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist zunächst eine Umverteilung. Das ist nicht schlimm und spricht nicht gegen das Grundeinkommen. Ganz im Gegenteil: Ohne Umverteilung funktioniert es auch heute nicht und das sollte man anerkennen. In einer Welt in der es faktisch unmöglich ist, autonom, also ohne Teilnahme am Wirtschaftsleben, zu leben, weil die Ökonomie sich die Welt weitgehend angeeignet hat, kann man auch schlecht moralische Argumente finden, die prinzipiell gegen Umverteilung sprechen (Du argumentierst übrigens moralisch für ein Grundeinkommen, obwohl ich weder moralisch noch sonst dagegen argumentiere). Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens stellt vielmehr die überfällige Anerkennung der Tatsache dar, dass die Verteilung von Gütern und Ressourcen weder natürlich noch gottgegeben ist und eine Umverteilung völlig legitim ist. Ab hier sollte man ganz pragmatisch Vor- und Nachteile erörtern und sich moralische Betrachtungen schenken. Trotzdem muss man das Kind in seiner ökonomischen Bedeutung beim Namen nennen: Umverteilung. weiterlesen
Author Archives: joaoflux
Bedingungslose Aufmerksamkeit
Geld, das bedingungslos ausgezahlt wird, wird dem Wirtschaftssystem nicht entzogen und Geld wird durch Umverteilung schon gar nicht nicht überflüssiger. Im Gegenteil, wenn die Sache funktioniert, können Menschen, die potentiell von der Partizipation am Wirtschaftssystem weitgehend ausgeschlossen wären, zumindest als Konsumenten stärker mitspielen. Es besteht also die Möglichkeit, dass eine solche Maßnahme dazu führt, dass die Ökonomisierung des Lebens sogar zunimmt. weiterlesen
Raus aus dem Urwald (zurück ins Basislager)
Ich habe in meinen letzten Beiträgen darauf hingewiesen, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht gleichbedeutend mit der Abschaffung des Geldes ist und es nicht dazu führt, dass Geld überflüssig(er) wird, weil mir schien, dass Du beides vermischst. Wenn dem nicht so ist, nehme ich das beruhigt zur Kenntnis. Die problematische (vollständige) Entkopplung von Einkommen und Arbeit, die Du proklamierst ist damit aber noch nicht vom Tisch. Ich denke, eine vollständige Entkopplung ist nicht wünschenswert. Sinnvoller scheint es mir, zu hinterfragen, was Arbeit ist und ob sich daran etwas ändern lässt. In jedem Fall sollten wir versuchen, uns auf die wesentlichen Funktionen zu verständigen, die Arbeit und Geld / Geldwirtschaft heute haben. Im nächsten Schritt sollten wir uns überlegen, welche Gesellschaft wir uns wünschen und was für den Einzelnen und die Gemeinschaft möglichst gewährleistet sein sollte. Ich möchte mich heute auf Geld und Arbeit beschränken. weiterlesen
Re: Geld ist nicht alles
Ich glaube, Du bist etwas schnell bei der Hand mit Deinem Verdacht, ich könne nicht aus der gegenwärtigen Ordnung heraus denken.
Zunächst mal möchte ich festhalten, dass Deine Utopie vom überflüssigen, also abgeschafften Geld etwas ganz Anderes ist, als die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Sie geht nicht etwa über die Forderung des Grundeinkommens hianus, sondern geht in eine ganz andere, ich bin geneigt zu sagen entgegengesetzte, Richtung. weiterlesen
Re: Geld ist leicht, ganz leicht
“Geld gibt es für “Arbeit”, und zwar nur für Arbeit
Das stimmt einfach nicht. Vor allem große Vermögen lassen sich fast nur über spekulative Geschäfte anhäufen. weiterlesen
Re: Geld ist leicht, ganz leicht
Ich glaube es ist offensichtlich, dass Menschen ihr Geld auch (und vielleicht sogar überwiegend) mit tendenziell schädlichen Dingen verdienen und es ebenso schädlich ausgeben. Trotzdem muss man konstatieren, dass die Freiheit sein Geld so auszugeben wie man es möchte, also z.B. auch für eine Dienstleistung die ein Anderer erbringt, erst die Möglichkeit schafft, halbwegs demokratisch zu entscheiden, wofür eine Gemeinschaft Zeit und Resourcen aufwendet. weiterlesen
Re: Thesen zur Ökonomie
Deine Idee, das öffentlich zu machen finde ich gut und ich bin dabei.
Wir können erst mal in Form von Mails weitermachen, aber dann auch schon schnell publizieren, wenn wir merken, dass es geht. Wenn wir das auf meiner Seite machen, brauchen wir uns keinen Namen auszudenken
Alternativ könnte ich mir ein eigenes Blog vorstellen
Re: “Arbeit” und Einkommen
Du vertrittst die radikale These, dass jede Art von Bezahlung von Arbeit entkoppelt werden sollte. Das geht sogar deutlich über die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen hinaus. Da kann ich Dir nicht nur nicht folgen, sondern würde vom Bestehenden in eine andere Richtung aufbrechen. weiterlesen